Präsenz entsteht im Zusammenspiel
Ein Portrait zeigt immer mehr als das Aussehen einer Person. Abstand, Blickrichtung, Körpersprache und der Moment der Aufnahme bestimmen, ob ein Bild offen, ruhig, direkt oder zurückhaltend wirkt. Diese Wirkung entsteht im Zusammenspiel zwischen der Person und mir; Technik schafft dafür den Rahmen, ersetzt aber keine Aufmerksamkeit.
Darum darf sich die Bildsprache je nach Situation verändern. Im Studio lassen sich Licht und Hintergrund präzise gestalten, draussen kommen Raum, Wetter und Bewegung hinzu, auf Reisen gibt der erkennbare Ort dem Portrait zusätzlichen Kontext. Diese Ansätze gehören zusammen, solange die Person nicht zur Illustration einer Idee wird, sondern den Mittelpunkt behält.
Ich arbeite lieber mit kleinen, verständlichen Hinweisen als mit starren Posen. Eine Veränderung der Schultern, ein Schritt, eine Pause oder ein Blick aus dem Bild kann genügen. Ein Portrait gelingt für mich dort, wo die fotografischen Entscheidungen spürbar bleiben, aber nicht wichtiger werden als die Person.

